Algier – Mekka der Revolutionäre 1962-1974

Zur Geschichte der Entkolonialisierung

Doku., F 2014, 56 min., Arte, Ein Film von Ben Salama

„Muslime pilgern nach Mekka, die Christen in den Vatikan und die Freiheitskämpfer nach Algier“, erklärte der guinea-bissauische Unabhängigkeitskämpfer Amílcar Cabral den Beinamen der Hauptstadt Algeriens als „Mekka der Revolutionäre“. Nach Erringung der Unabhängigkeit im Jahr 1962 unterstützte Algerien bis Mitte der 70er Jahre weltweit antikolonialistische und revolutionäre Bestrebungen. Das Land genoss hohes Ansehen, weil es sich militärisch von der Kolonialherrschaft befreit hatte, und galt als Vorbild für viele Unabhängigkeitsbewegungen in der Dritten Welt.

Die Staatspräsidenten Ahmed Ben Bella (1962-1965) und Houari Boumediene (1965-1978) öffneten Algiers Tore für jene, die gegen koloniale Unterdrückung und Rassismus kämpften. Sie alle verfolgten mit Überzeugung das gleiche Ziel und wurden dabei von Algerien finanziell, militärisch und diplomatisch unterstützt. Algerien half afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen von Nelson Mandelas African National Congress (ANC) bis zu Amílcar Cabrals Afrikanischer Partei für die Unabhängigkeit von Guinea und Kap Verde (PAIGC). Auch südamerikanische Rebellen fanden Zuflucht in Algerien.

Die weiße Stadt Algier wurde zur roten Stadt, als der argentinisch-kubanische Freiheitskämpfer Che Guevara von der algerischen Hauptstadt aus seine Guerilla-Aktionen in Afrika steuerte. Der afroamerikanische Aktivist Eldridge Cleaver errichtete dort das Zentrum der internationalen Sektion der Black Panther Party. In dieser Zeit erhielt die Stadt den Beinamen „Mekka der Revolutionäre“. Dieser Ruf sollte ihr lange erhalten bleiben… deren Unterstützung für die Revolutionäre die Geschichte vieler Länder und Algeriens Hauptstadt selbst prägte.

Ein sehr interessanter Überblick – nicht mehr und nicht weniger – über mehr als ein Jahrzehnt des anti-kolonialen Befreiungskampfes. Nicht ganz frei von einer Prise revolutionären Pathos – aber auch das darf mal sein, – der sich nicht sehr mit Details aufhält und die historischen Ereignisse wie an einer Perlenschnur aufgefädelt erzählt. Interessant als Einstieg für diejenigen, die sich intensiver mit einzelnen Aspekten der Geschichte der Dekolonisation beschäftigen möchten.

[Quellen: Das Video wurde auf Pepe Perseus yt-channel am 29. Juni 2017 online gestellt. Der Einführungstext ist von der Website der ARD vom 16.05.2017. Der letzte Absatz als Kommentar, Zusammenfassung und „Bedienungsanleitung“ stammt aus der Feder der ISD Gießen. Die Verwendung des Textes und des Videomitschnitts erfolgt ausschließlich zu Zwecken der Bildung.]


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