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„Latentes Unbehagen“

Die Frankfurter Schirn Kunsthalle befasst sich mit dem Kolonialismus und scheitert.


Eine Ausstellung mit Werken des Kolonialmalers Wilhelm Kuhnert

Seit Kurzem ist in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt eine Retrospektive des Kolonialmalers Wilhelm Kuhnert zu sehen. Unter dem Titel „König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika“ sind seine großformatigen Tier- und Landschaftsdarstellungen sowie Illustrationen erstmals umfassend ausgestellt. Seine Motive fand Kuhnert vor allem in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika – dem heutigen Tansania –, die er zwischen 1891 und 1912 ausgiebig bereiste. Seine Bilder wurden auf zahlreichen Kolonialausstellungen gezeigt. Sie prägen die bis heute wirksamen Vorstellungen von Afrika als exotischen Sehnsuchtsort mit ungezähmter Tierwelt und unberührter, spektakulärer Landschaft. Bei Sammlern beliebt, ignorierten Museen sein Werk weitgehend.

Die Schirn möchte das nun ändern. „Die Gründe für die Nichtbetrachtung Wilhelm Kuhnerts“, heißt es im Ausstellungskatalog, seien „so vielfältig wie vielsagend“. Einer sei das „latente Unbehagen angesichts von Großwildjagd und Kolonialherrschaft“. Denn Kuhnert war nicht nur Maler und Illustrator, sondern auch direkter Profiteur kolonialer Gewalt. Das große Problem der Ausstellung: Sie zeigt nicht, dass das „latente Unbehagen“ nicht nur Kuhnerts Werk betrifft, sondern ebenso die bis heute fortwirkende Kontinuität, in der es steht.

Kolonialismus ist ein blinder Fleck in der deutschen Geschichte
Der deutsche Kolonialismus ist ein blinder Fleck in der deutschen Geschichte, und daran ändert auch diese Ausstellung wenig. Kolonien werden allgemein mit den anderen europäischen Großmächten in Verbindung gebracht. Im Vergleich mutet die deutsche Kolonialgeschichte kurz an. Sie war aber lang genug, um nachhaltig Spuren zu hinterlassen. Anfang des 20. Jahrhunderts verübten deutsche Soldaten in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, einen Völkermord an den Herero und Nama. Zehntausende Menschen starben, die umfängliche Aufarbeitung durch die deutsche Regierung schleppt sich dahin.

In New York läuft seit März 2017 ein Prozess gegen Deutschland, der für andere potentielle Klagen gegen ehemalige Kolonialmächte zum Präzedenzfall werden könnte. Zwar ist erstmals explizit in einem deutschen Regierungsprogramm festgehalten, dass die Erinnerung an Verbrechen in der Kolonialzeit Teil der deutschen Gedenkkultur werden soll, doch fokussiert die Politik erstmal auf Provenienzforschung. Druck kommt von woanders: Am Humboldtforum in Berlin wird über den angemessenen Umgang mit Raubkunst gestritten, postkoloniale Initiativen kämpfen überall in Deutschland für die Umbenennung von Straßen, die geschichtsrevisionistisch an die vermeintlich glorreichen Zeiten des Kolonialismus erinnern.

Warum ist es wichtig, das zu erwähnen, wenn es doch um großformatige Tiergemälde gehen soll? Nun, bei Kuhnerts Arbeiten handelt es sich nicht bloß um irgendwelche Tierdarstellungen. Ihr künstlerischer Wert ist unbestritten, viel interessanter ist aber ihre kulturelle Bedeutung und um diese sichtbar zu machen, bräuchte es eine komplett andere Idee von Kunstausstellung als in der Schirn durchgespielt: Eine, die kulturelle Kontextualisierung in den Mittelpunkt stellt.

„Vorm. am Fluß. Mittag Schwarzer gehängt. Nachmittags Panorama. (…) Das muss ich sehen, ich habe noch nie jemanden hängen sehen.“
Wilhelm Kuhnert, aus dem Tagebuch

Kuhnerts Reisen wären ohne den kolonialen Herrschaftsapparat nicht möglich gewesen: Bis zu 80 Lastenträger beförderten die von ihm benötigten Materialien auf seinen Expeditionen. In Kleidung und Symbolen wie der Reichsflagge imitierte er deutsche Autoritäten. Er beteiligte sich an Strafexpeditionen und kämpfte im Maji-Maji-Krieg. Sein Tagebuch klang so: „Vorm. am Fluß. Mittag Schwarzer gehängt. Nachmittags Panorama“. Oder auch so: „Das muss ich sehen, ich habe noch nie jemanden hängen sehen“. Sein Verhalten gegenüber der einheimischen Bevölkerung entspricht dem europäischen Verständnis seiner Zeit, das Menschen in eine rassistische Hierarchie ordnete, an deren Spitze: Der weiße Mann.

Seine Tierdarstellungen orientierten sich an zeitgenössischen zoografischen Diskursen und präsentierten das Tier in seinem natürlichen Habitat. Die Wirkung auf das europäische Publikum mag überwältigend gewesen sein. Doch war Kuhnert nicht nur stiller Beobachter. Ihren Detailreichtum verdanken seine Darstellungen vor allem dem Studium der zuvor von ihm erlegten toten Tiere. Betrachterinnen und Betrachter sehen so nicht die „Naturwahrheit“, sondern stilisierten Naturalismus, der mehr über die Zeit aussagt, die ihn schuf, als über Tier und Natur selbst.

Die Großwildjagd war im Rahmen des europäischen Kolonialismus ein zentrales Herrschaftsritual. Die Tiere, die Kuhnert schoss und malte, waren Verkörperung einer Vorstellung von vitaler Urwildnis, die sich der Jäger aneignete. Seine Tierdarstellungen sind die visuelle Vermittlung des kolonialen Raumes als zu erobernde Wildnis, sie sind Symbole des Kolonialismus und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Im Oktober dieses Jahres erklärte der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung Günter Nooke in einem Interview mit der „BZ“, dass die Kolonialzeit dazu beigetragen habe, den Kontinent aus archaischen Strukturen zu lösen. Dass diese Archaik bereits damals reine Konstruktion war, die bis heute fortwirkt, entging seinem eurozentrischen Blick. Eine Archaik, die einen Gegenpol zum zunehmend zivilisierten Europa bilden sollte und in der Vorstellungen von ursprünglicher Männlichkeit ausgelebt werden konnten. Der damals begonnene und bis heute anhaltende Artenschutz, der aufgrund der ausufernden Jagdlust der Kolonialherren notwendig wurde, kann auch als nötiger Schritt zur Aufrechterhaltung dieser Narration verstanden werden. Ist das wilde ursprüngliche Afrika – welches heute bevorzugt auf Safaris gesehen wird – ausgerottet, gibt es keinen archaischen Gegenpol zu Europa mehr.

Kuhnert war ein Akteur seiner Zeit und muss auch als solcher betrachtet werden. Seine Bilder können heute die Funktionsweise des Kolonialismus näher bringen. Das funktioniert allerdings nur, wenn deren Geschichte auch entsprechend erzählt wird. Die Schirn tut das nur halbherzig und verschenkt damit wertvolle Chancen. Katalog wie Ausstellung bleiben vor allem Präsentationen eines herausragenden Tiermalers, die grundsätzliche Einbettung in den Kontext des deutschen Kolonialismus bleibt aus, sogar bei dem am Tag nach der Eröffnung anberaumten „Expertenpanel“. Die Schirn kooperiert für ihr Rahmenprogramm lieber mit dem Frankfurter Zoo, statt beispielsweise mit einer der zahlreichen postkolonialen Initiativen.

Damit markiert die Ausstellung den aktuellen Stand der Debatte, der irgendwo zwischen zaghafter Einsicht und merkwürdigem Geschichtsrevisionismus angesiedelt ist. Der Historiker und Politikwissenschaftler Achille Mbembe fordert im Interview mit dem Deutschlandfunk im Oktober dieses Jahres „Wahrheit und Aufrichtigkeit im Umgang Europas mit dem globalen Süden“. Was das genau bedeutet, denkt kaum jemand zu Ende, nämlich, dass es eine direkte Verbindung zwischen der kolonialen Ausbeutung des afrikanischen Kontinents und jedem aktuellen gesellschaftlichen Thema von Migration über Entwicklungshilfe und Klimaschutz bis hin zum Kunstverständnis gibt. Die Europäer müssten endlich verstehen, sagt Mbembe, dass alles, was sie irgendwo tun oder getan haben, am Ende auf sie zurückfalle. Europa irre, wenn es glaube, sich gegen Migration abschotten zu können. Nur der Respekt vor der historischen Wahrheit könne das Fundament einer neuen Beziehung zwischen Europa und Afrika sein, einer Beziehung, die das Leben in Europa maßgeblich verändern würde.

Zur Sache
Kontroverse Ausstellung
Die Schirn Kunsthalle in Frankfurt widmet dem Maler Friedrich Wilhelm Kuhnert eine Ausstellung, über die am 25. Oktober berichtet wurde. Kritisiert wurde insbesondere die mangelnde Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus. Der Direktor der Schirn und Kurator der Kuhnert-Schau, Philipp Demandt, hat sich inzwischen in der FR zu den Vorwürfen geäußert und kündigt eine bessere Vermittlung der Hintergründe an.

Dazu gehört auch, dem noch immer vorherrschenden kolonialistischen Blick künstlerisch etwas entgegenzusetzen. Denn anders als es der Titel der Ausstellung „Das Bild von Afrika“ glauben lassen will, gibt es sehr viele unterschiedliche Bilder des zweitgrößten Kontinents in deren Bandbreite die Schirn Einblicke hätte gewähren können. Bilder, die fast zeitgleich zu Kuhnert, allerdings aus afrikanischer Perspektive entstanden. Wie etwa das des Ostafrikaners Mdachi bin Sharifu, der 1919, kurz nach dem Aus der deutschen Kolonien, in mehreren Städten Deutschlands Reden über „unsere koloniale Vergangenheit“ hielt, in denen er mit dem deutschen Kolonialregime und dem Kolonialrassismus abrechnete. Seit dieser Woche widmet ihm der Verein Berlin Postkolonial eine umfassende Ausstellung.

Vielstimmigkeit auch in der zeitgenössischen Kunst: Kreative Szenen in den Metropolen des afrikanischen Kontinents florieren, das internationale Interesse ist groß. Die Berlin-Biennale hinterfragte dieses Jahr mit einem Team Schwarzer Kuratorinnen und Kuratoren das Konzept des Helden in postkolonialen Zeiten. Acht in Deutschland lebende Frauen mit afrikanischen Wurzeln erzählen in Natasha A. Kellys Videoarbeit „Millis Erwachen“ von ihrem Leben als Künstlerinnen und ihren Erfahrungen mit Rassismus. Der Titel bezieht sich auf das Gemälde „Schlafende Milli“ Ernst Ludwig Kirchners von 1911, eines Zeitgenossen Kuhnerts. Und das sind verschwindend wenige Beispiele für mögliche zeitgenössische Kontextualisierungen des Werkes Kuhnerts.

Die nötige kritische Reflexion erfolgt jetzt nach Eröffnung der Ausstellung kostenlos durch „Betroffene“ aus unterschiedlichen Communities in den sozialen Medien. Wäre es für eine Bildungseinrichtung wie die Schirn nicht möglich gewesen, diese Stimmen bereits in den Erarbeitungsprozess der Ausstellung einzuschließen? Wer problematische Bilder zeigt, wer erwartet, dass hingeschaut, verstanden und kreativ nachgespürt wird, sollte zeitgemäße, kontextualisierte und nicht verletzende Antworten parat haben – auch für die Fragen der Kinder aus eingeladenen Schulklassen mit diversesten Backgrounds vor der Zeichnung eines gehängten Schwarzen Mannes neben großflächig imposanten Tierporträts und Landschaften. Wenn eine Ausstellung den deutschen Kolonialismus thematisiert und ein Teil der Besucherinnen und Besucher danach wütend protestiert, während der andere schöne Löwen- und Elefantenbilder teilt, dann sollte klar sein, dass irgendetwas mit der kritischen Kontextualisierung des Themas gründlich schief gelaufen ist. Ein bisschen Historisieren über „latentes Unbehagen“ ist wohl nicht genug.

Mahret Kupka

Die Autorin ist seit 2013 Kuratorin für Mode, Körper und Performatives am Museum Angewandte Kunst in Frankfurt. Sie ist aktiv in der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) und engagiert sich gegen strukturelle Diskriminierung.

[Quellen: Ein Text von Mahret Kupka, veröffentlicht in fr-online am 10.11.2018 unter dem Titel „Latentes Unbehagen“. Das Einführungsvideo ist vom yt-channel der Schirn Kunsthalle Frankfurt und wurde am 22. November 2018 veröffentlicht. Alle Rechte liegen bei der Autorin und der Frankfurter Rundschau sowie der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Eine weitere interessante Kritik an der Ausstellung. Die Verwendung des Textes sowie des Videomitschnitts erfolgen ausschließlich zu Zwecken der Bildung.]

Und jetzt mal wieder…

…Musik!!!


This brother is beyond awesome…

The amazing artist Akala has released 4 Fire in the Booths over a time period of 5 years. They are some of the best ever performed and here is all of them put together. More about the artist, journalist, author and aktivist Akala on this website.

[Source: The yt-channel of the unstoppable published on Jan 25, 2017.]

Algier – Mekka der Revolutionäre 1962-1974

Zur Geschichte der Entkolonialisierung

Doku., F 2014, 56 min., Arte, Ein Film von Ben Salama

„Muslime pilgern nach Mekka, die Christen in den Vatikan und die Freiheitskämpfer nach Algier“, erklärte der guinea-bissauische Unabhängigkeitskämpfer Amílcar Cabral den Beinamen der Hauptstadt Algeriens als „Mekka der Revolutionäre“. Nach Erringung der Unabhängigkeit im Jahr 1962 unterstützte Algerien bis Mitte der 70er Jahre weltweit antikolonialistische und revolutionäre Bestrebungen. Das Land genoss hohes Ansehen, weil es sich militärisch von der Kolonialherrschaft befreit hatte, und galt als Vorbild für viele Unabhängigkeitsbewegungen in der Dritten Welt.

Die Staatspräsidenten Ahmed Ben Bella (1962-1965) und Houari Boumediene (1965-1978) öffneten Algiers Tore für jene, die gegen koloniale Unterdrückung und Rassismus kämpften. Sie alle verfolgten mit Überzeugung das gleiche Ziel und wurden dabei von Algerien finanziell, militärisch und diplomatisch unterstützt. Algerien half afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen von Nelson Mandelas African National Congress (ANC) bis zu Amílcar Cabrals Afrikanischer Partei für die Unabhängigkeit von Guinea und Kap Verde (PAIGC). Auch südamerikanische Rebellen fanden Zuflucht in Algerien.

Die weiße Stadt Algier wurde zur roten Stadt, als der argentinisch-kubanische Freiheitskämpfer Che Guevara von der algerischen Hauptstadt aus seine Guerilla-Aktionen in Afrika steuerte. Der afroamerikanische Aktivist Eldridge Cleaver errichtete dort das Zentrum der internationalen Sektion der Black Panther Party. In dieser Zeit erhielt die Stadt den Beinamen „Mekka der Revolutionäre“. Dieser Ruf sollte ihr lange erhalten bleiben… deren Unterstützung für die Revolutionäre die Geschichte vieler Länder und Algeriens Hauptstadt selbst prägte.

Ein sehr interessanter Überblick – nicht mehr und nicht weniger – über mehr als ein Jahrzehnt des anti-kolonialen Befreiungskampfes. Nicht ganz frei von einer Prise revolutionären Pathos – aber auch das darf mal sein, – der sich nicht sehr mit Details aufhält und die historischen Ereignisse wie an einer Perlenschnur aufgefädelt erzählt. Interessant als Einstieg für diejenigen, die sich intensiver mit einzelnen Aspekten der Geschichte der Dekolonisation beschäftigen möchten.

[Quellen: Das Video wurde auf Pepe Cedar´s yt-channel am 4. Juni 2017 online gestellt. Der Einführungstext ist von der Website der ARD vom 16.05.2017. Der letzte Absatz in der Form einer kommentierenden und zusammenfassende „Bedienungsanleitung“ stammt aus der Feder der ISD Gießen. Die Verwendung des Textes und des Videomitschnitts erfolgt ausschließlich zu Zwecken der Bildung.]

The new FBI COINTELPRO-Program: „Black Identity Extremists“


More about Rakem Balogun.

An F.B.I. report leaked in October and scrutinized during an oversight hearing of the House Judiciary Committee on Tuesday warns of an emergent domestic terror threat sweeping the nation and threatening the lives of law enforcement officers: the “Black Identity Extremist” (“B.I.E.”) movement. This designation, just recently invented by the F.B.I., is as frightening and dangerous as the bureau’s infamous Cointelpro program of the 1960s and ’70s, under which J. Edgar Hoover set out to disrupt and destroy virtually any group with the word “black” in its name. Today, entirely nonviolent black activists face violations of their civil liberties and even violence if they’re deemed part of B.I.E.

The 12-page report, prepared by the F.B.I. Domestic Terrorism Analysis Unit in August, and later made public by foreignpolicy.org, both announces the existence of the “Black Identity Extremist” movement and deems it a violent threat, asserting that black activists’ grievances about racialized police violence and inequities in the criminal justice system have spurred retaliatory violence against law enforcement officers. It links incidents of violence by a handful of individual citizens like Michael Johnson, who shot 11 Dallas police officers in July 2016, to “B.I.E. ideology” and predicts that “perceptions of unjust treatment of African-Americans and the perceived unchallenged illegitimate actions of law enforcement will inspire premeditated attacks against law enforcement.”

This is fiction. Daryl Johnson, a former Department of Homeland Security intelligence agent, when asked by Foreign Policy in October why the F.B.I. would create the term “B.I.E.,” said, “I have no idea” and “I’m at a loss.” Michael German, a former F.B.I. agent and fellow with the Brennan Center for Justice’s liberty and national security program, said the “Black Identity Extremists” label simply represents an F.B.I. effort to define a movement where none exists. “Basically, it’s black people who scare them,” he said.

“Could you name an African-American organization that has committed violence against police officers?” Representative Karen Bass asked Attorney General Jeff Sessions at Tuesday’s hearing. “Can you name one today that has targeted police officers in a violent manner?” It’s no surprise that he could not. Mr. Sessions, who confessed that he had not read the report, said he would need to “confirm” and would reply in writing at a later time. The F.B.I. itself admits in the report, that, even by its own definition, “B.I.E. violence has been rare over the past 20 years.”

The Black Identity Extremist designation erroneously presumes a broad and disparate group of organizations with concerns about the criminal justice system represent a movement with a unifying ideology. This reflects ignorance — or denial — of the reality on the ground: There are dozens if not hundreds of groups with primarily black members that take issue with racial injustice but have distinct areas of focus, mandates, missions and memberships, and which are just as likely to conflict with one another as they are to overlap.

Beyond that, the F.B.I.’s suggestion that people with “extreme black identities” may attack law enforcement officers has practical — and potentially deadly — consequences for those who are swept up under the newly created label. Although it’s unclear what actions the F.B.I. will take as a result of the report, the conclusions pave the way for it to gather data on, monitor and deploy informants to keep tabs on individuals and groups it believes to be B.I.E.s. This could chill and criminalize a wide array of nonviolent activism in ways that have terrifying echoes its infamous Cointelpro program, which investigated and intimidated black civil rights groups and leaders, including Marcus Garvey and the Rev. Dr. Martin Luther King Jr. Under this program, F.B.I. agents concocted a false internal narrative connecting Dr. King to foreign enemies, allowing agents to justify threatening to publicize his private life and encouraging him to commit suicide. This is a reminder that while the “Black Identity Extremist” designation is new, the strategy of using a vague definition to justify broad law enforcement action is not. The report’s labored efforts to link what it calls the “violent anti-white rhetoric” of today’s black organizations to “B.I.E. violence” that “peaked in the 1960s and 1970s” suggests a plan to use similar tactics to the “monitor, disrupt and divide” approach that it used against civil rights activists.

The F.B.I.’s branding of individuals and groups troubled by racial injustice and police misconduct as dangerous “Black Identity Extremists” echoes and validates the way racist fringe groups on the right, like neo-Nazis or the K.K.K., see these activists. By encouraging the public to view groups like Black Lives Matter (which has offered a robust critique of systemic police violence against African-Americans and has organized peaceful direct actions but has no links to terrorism or violence) as a threat, the designation indirectly emboldens private violence against black activists. To make matters worse, the F.B.I. memo comes at a time of mounting white supremacy and white nationalism, and as the Trump administration has announced plans to cut Countering Violent Extremism funds to fight against white supremacists and neo-Nazis despite their having actual historical links to violence.

Finally, the F.B.I. designation compounds the vulnerability of black Muslims, who make up the largest segment — at least 25 percent — of the Muslim population in the United States. Muslim communities are already the targets of counter-radicalization policing. Neighborhoods, campuses and institutions where black Muslims organize around racial justice and against police brutality could now be doubly scrutinized with double the threats to civil liberties, particularly as the Trump administration seeks to intensify counter-radicalization measures.

In fact, the fabrication of a “B.I.E.” movement that could justify the F.B.I.’s marshaling of its counterterrorism capabilities against anyone who it decides fits the vague, baseless designation potentially threatens the civil liberties of all Americans. The Cointelpro program began with an effort to prevent the rise of a “black messiah who could unify and electrify the militant black nationalist movement” and evolved to target the American Indian Movement, the Brown Berets and those who protested against the Vietnam War. Similarly, the F.B.I.’s broadening of the “War on Terror” to include Black Identity Extremists in addition to the primary targets of that campaign — Muslims — could be just the beginning. It’s not hard to imagine that those who advocate for women’s rights, immigrant rights and other groups could be the subject of a fantasy “movement” in a future F.B.I. report.

After years of silence, a Senate committee convened by Senator Frank Church of Idaho in 1975 finally revealed how deeply the Cointelpro program degraded American democracy by infiltrating and causing dissension within organizations, stoking rivalries, and even placing agent provocateurs inside protest movements to initiate violence. Lawmakers should pay the same attention to what the F.B.I. is doing today. Representative Bass’s Tuesday grilling of Mr. Sessions about the B.I.E. report was a start, but the issue demands more attention. Congress should hold formal hearings dedicated to the F.B.I.’s use of domestic terrorism resources and accompanying designations to target citizens who have done nothing more than express their desire for justice.

[Sources: The video was published by Vice on Sep 27, 2018 on their yt-channel (title: Inside the FBI Hunt for “Black Identity Extremists“). The text comes from the New York Times written by Khaled A. Beydoun and Justin Hansford and published on Nov 15, 2017 under the title „The F.B.I.’s Dangerous Crackdown on ‘Black Identity Extremists’“. The use of the postings is for educational purpose only.]

A contemporary painter – Chris Ofili


Chris Ofili – Exploding the Crystal (Tate Britain, 2010)

In Chris Ofili’s work painterly and cultural elements – both sacred and profane, personal and political, from high art and popular culture – come together to play on ideas of beauty while carrying messages about black culture, history and exoticism. Ofili came to prominence in the early 1990s with richly orchestrated paintings combining rippling dots of paint, drifts of glitter, collaged images and elephant dung – varnished, often studded with map pins and applied to the picture surface as well as supporting the canvas – a combination of physical elevation and symbolic link to the earth. He won the Turner Prize in 1998 and over the past two decades has exhibited in many international institutions. In 2003 he was selected to represent Britain at the 50th Venice Biennale, where he presented his ambitious exhibition Within Reach. In 2010 Tate Britain presented an extensive survey of his work and in 2014, Night and Day, held at the New Museum, New York, featured more than thirty of Ofili’s major paintings, in addition to drawings and a selection of sculptures from across his career. The exhibition travelled to the Aspen Art Museum in Colorado in 2015.

His is a highly seductive art of braided connections that draws on a wide range of sources – including jazz and hip hop music, the Bible, and the works of artist and poet William Blake – and works on many levels, physically and metaphorically. Ofili’s recent works adopt simple, pared-down forms while continuing to be just as expansive, dramatic and romantic – full of references to sensuality, sexuality and his ongoing exploration of Biblical themes. Recent collaborative projects include Metamorphosis: Titian 2012, in which contemporary artists were invited by London’s National Gallery and Royal Opera House to respond to Titian’s works as part of the Cultural Olympiad. Ofili worked alongside choreographers and dancers from The Royal Ballet on sets and costumes for a new ballet Diana & Actaeon as well as a substantial suite of paintings and works on paper inspired by Ovid’s Metamorphoses.

Alongside the recent developments in the artist’s material choices, Ofili has remained faithful to a pictorial style that relies on a conscious flattening of the picture plane, carefully layered surfaces, and diverse, history-spanning sources of inspiration.

Chris Ofili was born in Manchester, England, in 1968, and currently lives and works in Trinidad. He received his BA in Fine Art from the Chelsea School of Art in 1991 and his MA in Fine Art from the Royal College of Art in 1993. Chris Ofili: Weaving Magic, opens at the National Gallery, London in April 2017; major solo exhibitions of the artist’s work have previously been presented at international venues including the New Museum, New York (2014), travelling to Aspen Art Museum (2015); The Arts Club of Chicago (2010); Tate Britain, London (2010 and 2005); kestnergesellschaft, Hannover (2006), The Studio Museum in Harlem, New York (2005), and Serpentine Gallery, London (1998). The artist represented Britain in the 50th Venice Biennale in 2003 and won the Turner Prize in 1998.

More:

[Sources: The documentary was found at Tate Britain´s yt-channel and was published on october 8, 2017. The introduction was copied from the website of Victoria Miro, who fabricated this brilliant short expedition into his artwork. Please visit their homepage. This posting is for educational purpose only.]