News/Links/Point of View

Black Panthers (for Self Defence)

Serie on black organizations in (contemporary) history

Der afrikanisch-amerikanische Regisseur Stanley Nelson, der bereits einige Dokumentationen zur Geschichte Schwarzer Menschen in US-Amerika gedreht hat, hat auch über die Black Panther Party for Self-Defence einen Film gemacht mit dem programatischen Titel: The Black Panther Party – Vanguard of the Revolution/Vorhut der Revolution.

Es gibt einige Dokumentationen über die zweite große Schwarze Bürgerrechts- und vor allem Jugendbewegung nach der Ermordung von Martin Luther King und Malcolm X. Das Verdienst und ein Augenmerk der Dokumentation von Stanley Nelson im Gegensatz zu anderen liegt in der Betrachtung, was einzelne Akteure*innen und Gruppen nach der Zerschlagung der dezentralen Panther-Organisation durch Politik, Polizei und Geheimdienste politisch weiter machten. Welche Lehren und Erkenntnisse Sie aus dem Scheitern zogen und für die weitere politische Arbeit und eine Neuorientierung nutzten. Es gibt viele Gründe sich alle Dokumentationen über die Organisation anzusehen, da jede Doku. sich den verschiedenen Facetten der Organisation sehr unterschiedlich widmet.

BLACK PANTHERS – VANGUARD OF THE REVOLUTION/VORHUT DER REVOLUTION

Teil 1:

Teil 2:

„Kritisiert, bewundert und gefürchtet: Die Black Panther Party, gegründet im Kalifornien des Jahres 1967, sagte Rassismus und Unterdrückung den gewaltsamen Kampf an. Die zweiteilige Doku blickt hinter die Kulissen der legendären Gruppierung. Die erste Folge zeigt, wie sich die Black Panther Party formierte und die afroamerikanische Community zur Selbstverteidigung aufrief.

Als in den 1960er Jahren der Schlachtruf „Black Power“ immer mehr Resonanz gewann, formierte sich die Black Panther Party als militante Gruppierung der Bürgerrechtsbewegung. Die Dokumentation zeigt anhand von Interviews mit den Gründungsmitgliedern, was die Black Panthers von anderen Protestbewegungen der damaligen Zeit unterschied. Archivbilder rufen den einzigartigen Kleidungsstil der „schwarzen Panther“ in Erinnerung: schwarze Sonnenbrille, Lederjacke, soldatischer Schritt und eine ausladende Afrofrisur, die zu verkünden schien – „Black is beautiful!“. Rhetorisch inspiriert wurde die Bewegung durch die separatistischen Statements von Malcolm X, der die weiße Vormachtstellung anprangerte und sich seiner Rolle in der Geschichte durchaus bewusst war. Die Black Panthers demonstrierten gegen die willkürlichen Verhaftungen in den Schwarzenvierteln und stellten politische Forderungen, wie etwa das Recht auf Beschäftigung, Bildung und würdiges Wohnen. Als nordstaatliches Pendant zur Bürgerrechtsbewegung in den Südstaaten stellten sie auch das kapitalistische System an sich infrage. Ihre Devise: Damit jeder Schwarze im Land frei sein kann, muss sich das ganze System verändern. Die Black Panther Party faszinierte zeitgenössische Intellektuelle wie den jungen Schriftsteller Eldridge Cleaver und wurde auf den studentischen Campussen als revolutionäre Avantgarde gehandelt. Nach der Ermordung von Martin Luther King und mehreren blutigen Auseinandersetzungen mit der Polizei und dem FBI radikalisierte sich die Bewegung jedoch zunehmend.“ [Arte-Ankündigung auf y.t.]

2-tlg. Dokumentation von Stanley Nelson (USA 2020, 54 Min)

[Quellen: Die Einleitung stammt aus der Feder der ISD Gießen. Die beiden Videos und die Inhaltsangabe wurden vom y.t.-channel von Arte übernommen, die sie am 20.10.2020 online gestellt haben. Die Verwendung der Materialien ist ausschließlich für Bildungszwecke vorgesehen.]

Die Geschichte der Afro-Deutschen

Schwarze Deutsche Geschichte / History of the Black Germans

Schwarz und Deutsche – Die Geschichte der Afrodeutschen, Doku., D 2021, 45 min., R.: Brigitte Kleine, HR-Fernsehen, Reihe: Geschichte im Ersten

[Quelle: y.t.-Kanal des HR-Fernsehens. …]

Winnie Madikizela-Mandela

Serie about Black Personalities in History.


Dauer/Length: 60 min.

DEUTSCH:
„Winnie“ Nomzamo Winifred Zanyiwe Madikizela-Mandela war eine Revolutionärin, wurde zur „Mutter der Nation“ und hat dem Kampf um die politische Emanzipation und Gleichberechtigung des Schwarzen Südafrikas immer wieder eine eigene Stimme gegeben.

Durch ihren Status als Ehefrau mit „Prisoner Number One“ des Apartheidregimes hatte Sie einerseits die internationale mediale Aufmerksamkeit, die ein wenig Schutz, zum Beispiel gegen plötzliches Verschwinden lassen, bedeutete. Und andererseits stand Sie immer im Schatten ihres berühmten Ehemanns auf den sich alle öffentliche Aufmerksamkeit fokussierte.

Was Sie auszeichnete und zu einer immer wieder gehörten Akteurin im Kampf für die vollen Bürgerrechte der Schwarzen Mehrheit im Land sowie der Teilhabe am Wohlstand des Landes machte, war ihr Wille zur Unabhängigkeit. „Furchtlos angesichts von Folter, Inhaftierung, Verbannung und Verrat, blieb sie standfest in ihrer Überzeugung, dass die Apartheid zu Fall gebracht werden könnte. Sie sagte, was sie wollte, und trug die Konsequenzen. Ihr Leben ist Zeugnis der Brutalität des Systems.“1 Die meiste Zeit nach der Verhaftung von Nelson Mandela lebte Sie in der Verbannung, im Hausarrest oder ihre Bewegungsfreiheit war auf eine Kleinstadt beschränkt.

Trotz all dieser widrigen Umstände war Sie in der Lage sich Gehör zu verschaffen und denen eine Stimme zu geben, die keine hatten oder als Margenalisierte einfach ignoriert wurden.

ENGLISH:
Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)

„Winnie“ Nomzamo Winifred Zanyiwe Madikizela-Mandela was a revolutionary, became the „Mother of the Nation“ and has always given her own voice to the struggle for political emancipation and equality for black South Africa.

Due to her status as wife to „Prisoner Number One“ of the apartheid regime, on the one hand she had the international media attention that meant a little protection, for example against sudden disappearances. And on the other hand, she was always in the shadow of her famous husband on whom all public attention was focused.

What distinguished her and made her a perennially heard player in the struggle for full civil rights for the Black majority in the country as well as participation in the country’s prosperity was her will for independence. „Fearless in the face of torture, imprisonment, exile and betrayal, she remained steadfast in her conviction that apartheid could be brought down. She said what she wanted and bore the consequences. Her life is testimony to the brutality of the system.“1 For most of the time after Nelson Mandela’s arrest, she lived in exile, house arrest or her freedom of movement was restricted to a small town.

Despite all these adverse circumstances, she was able to make herself heard and give a voice to those who had none or were simply ignored as marginalised.

  1. Shireen Hassim: Winnie Madikizela-Mandela: Revolutionärin, die den Geist des Widerstands am Leben hielt, VÖ: 16.04.2018 auf der Website der Heinrich-Böll-Stiftung, Link: https://www.boell.de/de/2018/04/16/winnie-madikizela-mandela-revolutionaerin-die-den-geist-des-widerstands-am-leben-hielt abgerufen am 30.06.2021
    [zurück]

[Quelle: Das Video kommt aus dem reichen Fundus von Politics, Law and Social Thought, welches am 5.04.2018 auf y.t. veröffentlicht wurde. Der Einleitungstext stammt aus der Feder der ISD Gießen. Die Verwendung hat wie immer ausschließlich Bildungszwecke zum Ziel. || Source: The video comes from the rich fund of Politics, Law and Social Thought, which was published on y.t. on 5.04.2018. The introductory text was penned by ISD Gießen. As always, the use is for educational purposes only.]

Fatal Force + Death in Custody

FATAL FORCE
Am 25. Mai 2021 jährte sich der erste Jahrestag an dem George Floyd an einer Straßenkreuzung in Minneapolis durch Polizisten (Derek Michael Chauvin, James Alexander Kueng, Thomas Kiernan Lane, Tou Thao) vor laufender Kamera ermordet wurde. Durch die unmittelbare Veröffentlichung auf den Social Media- und Nachrichten-Kanälen wurde der Fall publik, löste eine weltweite Welle von Protesten für Black Lives Matter aus und BIPoC-Organisationen lenkte den selbstkritischen Blick auch auf die Fälle von Polizeigewalt in den eigenen Ländern.

In den USA kommen durch Polizei und Sicherheitsdienste immer wieder Schwarze Menschen und People of Color zu Tode. Hier nur ein Beispiel für die lange historische Tradition des Rassismus der Polizeikräfte: Als Huey P. Newton und Bobby Seale 1966 die Black Panther Party for Self-Defense gründeten war u.a. ein Ziel, die Schwarze Wohngebiete für die dort lebenden Schwarze Bevölkerung wieder sicher zu machen vor den ständigen Übergriffen durch die Polizei. Dies geschah dadurch, dass die Panthers in ihren Wagen ausgestattet mit dem Gesetzbuch und einer Langwaffe – die nach einem Zusatzartikel in der Verfassung allen Amerikaner*innen das sichtbare Tragen der Waffe zur Selbstverteidigung erlaubte – die Polizeipatroullien eskortierten und die korrekte Behandlung bei der Festnahme von Verdächtigen aus der unmittelbaren Distanz heraus als Zeugen*innen beobachteten. Denn zu jener Zeit gab es noch keine Überwachungskameras und die Verpflichtung der Polizisten*innen im Einsatz body-cams zu tragen. Dadurch ist das jahrzehnte bestehende Problem mit den tödlichen Übergriffen durch die „Ordnungshüter“ nicht kleiner, sondern nur sichtbarer geworden.

Die us-amerikanische Politiksendung im Internet THE YOUNG TURKS hat über Jahre immer wieder diese Art von Fällen aufgegriffen, nachrecherchiert und nachrichtlich aufbereitet, die es in der Regel nicht in die Nachrichtenprogramme der grossen Networks geschafft haben. Und damit kontinuierlich auf das Ausmaß des Problems mit einer Polizei hingewiesen, die strukturell rassistisch ist und in ihrer Ausbildung zwar viele Schiessstunden erhält, aber z.B. so gut wie keine in Deeskalationstechniken oder interkultureller Kompetenz. Und diese, so vorbereiteten Polizeikräfte, werden dann auf die Menschheit losgelassen (siehe auch: Tagesschau In 19 Wochen zum US-Cop) mit den fatalen Folgen insbesondere für die Minoriäten des Landes, die es immer wieder offenbart. Somit ist das Hauptproblem, und damit erweist es sich als strukturelles Problem, die fehlende Ahndung von polizeilichen Übergriffen. Es ist der Ausdruck des fehlenden Willens in der polizeilich als auch der politischen Führungsetage, es ist der Chorgeist der Truppe und ihrer finanzstarken Polizeigewerkschaften sowie eine Zunahme der Militarisierung der Polizei im Ausrüstungsbereich.

Eine aktuelle Recherche der US-Tageszeitung THE WASHINGTON POST, die unter dem Titel „Fatal Force“ im Internet abrufbar ist, beschäftigt sich für den Zeitraum von 2015 bis heute mit den Todesfällen durch die Polizei. Das Erschreckend daran ist, dass mit jedem Update die Todeszahlen stetig nach oben korregiert werden müssen. Dabei fällt bei den Grafiken, die einige soziologische Aspekte ins Auge nehmen sofort auf, dass im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil, die Anzahl Schwarzen Menschen unter den Getöteten mehr als doppelt so hoch ist, wie die weißer Menschen. Und zweitens, dass die Anzahl getöteter junger Schwarze Männer durch die Polizei überproportional hoch ist, und je unbewaffneter, desto eher ist mit einer Erschießung durch die Polizei zu rechnen. Kritisch gelesen, entspricht das einem polizeilichen Tötungsraster bestehend aus den Attributen Schwarz, jung, männlich und unbewaffnet. Doch man fragt sich, was triggert (weiße) Polizei unablässig bei dieser – unserer – Personengruppe ohne lang zu zögern den Abzug, so überproportional häufig mit tödlichen Folgen, durchzudrücken?

DEATH IN CUSTODY – Todesfälle im Gewahrsam
Doch Polizeigewalt ist nicht nur ein Problem in den USA, sondern auch in Deutschland. In einer anderen zahlenmäßigen Größenordnung doch genauso verheerend tödlich. Hinzu kommt ein Innenministerium dem zum einen die Staatsanwaltschaft – als ermittelnde Instanz – unterstellt ist und das sich zum anderen weigert die notwendige Reformen für eine wirklich unabhängige Untersuchung bei Todesfällen, in der die Polizei verwickelt war, voran zu bringen. Der Ruf nach einer Reform wird immer öfter erhoben auch aus dem wissenschaftlichen Feld, zum Beispiel durch Prof. Dr. Tobias Singelnstein.

Death in Custody: Rassistische Polizeigewalt – Kritik und Widerstand – Podiumsdiskussion, 14.04.2021

Doch auch die Zivilgesellschaft hat sich schon lange dem Problem angenommen und das bietet uns die Gelegenheit, die in Berlin beheimatete Initiative DEATH IN CUSTODY vorzustellen. Die Initiative recherchiert, dokumentiert, berät und unterstützt ggf. Freunde und Angehörige bei Todesfällen von Menschen im Gewahrsam (Untersuchungshaft, Gefängnis, Psychatrie etc.). Die Podiumsdiskussion gibt über die Arbeit, die theoretisch und praktischen Interventionsmöglichkeiten in einer Gesellschaft, die auf Aus- und Wegschluss basiert Auskunft.

[Quellen/Source: Das Video wurde vom y.t.-Kanal von Death in Custody eingebettet. Der Text stammt von der ISD Gießen. Wie immer ist die Verwendung der Materialien ausschließlich für Bildungszwecke vorgesehen.]

Die Karibikstaaten: Strategien gegen COVID-19

Karibik, Gesundheit, Diplomatie to the English Version

Das Erfolgsgeheimnis der schnellen Impfkampagnen vieler Karibikstaaten? Der Dritte zu sein, wenn zwei sich streiten.

Für die kleinen Inselstaaten der Karibik ist Impfdiplomatie der Schlüssel zur Bewältigung der Covid-Pandemie. Auch wenn ihre Bevölkerungszahl kaum der eines Stadtteils von São Paulo entspricht: Länder wie Grenada oder Antigua & Barbuda sind souveräne Staaten, und als solche haben sie genauso Sitz und Stimme in den Vereinten Nationen wie Brasilien oder Mexiko. Die 14 Staaten der Karibischen Gemeinschaft CARICOM zusammen bringen hier mehr „voting power“ auf die Waage als ganz Südamerika. Die aktuelle Krise zeigt, wie sich diese staatliche Souveränität in eine Versorgung mit Impfstoffen ummünzen lässt, von der größere Staaten nur träumen können.

Zum Beispiel Dominica (nicht zu verwechseln mit der ungleich größeren Dominikanischen Republik): Mit ihren 70 000 Einwohnern hatte die Insel bereits Anfang Februar 70 000 Impfdosen aus Indien erhalten. Inzwischen hat China nachgelegt und weitere Impfdosen eingeflogen. Dabei hat das Land die Epidemie unter Kontrolle wie kaum ein anderes: bislang kein einziger Todesfall; die Zahl der Infizierten liegt bei 161 – nicht pro Woche, wie auf den zu Frankreich gehörenden Nachbarinseln Guadeloupe und Martinique, sondern insgesamt, seit Beginn der Pandemie. Fortsetzung…

Ergänzung: Kuba ist auf Massenimpfung in Havanna vorbereitet

[Quelle: IPG Journal online, Bert Hoffmann: Segen der Karibik, VÖ: 26.03.2021, abgerufen am 29.04.2021. Die Verwendung geschieht auschließlich für Bildungszwecke/For educational purpose only.]