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Festung Europa


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[Quelle: Text noch in Arbeit. Kommt gleich! :-) ]

Eine immer wiederkehrende Frage: „The Future of the race“?

Black Intellect

Wenn wir anfangen über Schwarze Intellektuelle in den Vereinigten Staaten zu reden, dann fallen in der Regel die Namen von W.E.B. DuBois, Malcolm X oder auch Martin Luther King. Die bis heute aktive Angela Davis bleibt ebenso immer unvergessen. Allen gemeinsam ist, dass Sie immer auch politisch aktiv gewesen sind. Sprachrohr der Black Community.

Doch auch nach dem Ende der Bürgerrechtsbewegung und dem kulturellen Wandel in den USA der 1950er bis 1970er Jahre gab es Schwarze Intellektuelle, die sich mit den drängenden Fragen der Gegenwart und Zukunft beschäftigt haben. Ob es um die Klassenverhältnisse, Religion oder den virulenten Rassismus ging, die öffentliche und mediale Diskussion wurde von diesen Personen mit ihren Veröffentlichungen und Diskussionsbeiträgen bereichert und mit geprägt.

Zwei Intellektuelle aus den 1990er Jahren möchten wir hier exemplarisch vorstellen. Henry Louis Gates und Cornel West diskutieren mit dem Moderator Charlie Rose über ihr gerade gemeinsam veröffentlichtes Buch: The future of the race.


(Ausstrahlung vom 12. April 1996. Sprache: englisch.)

Ein sehr interessanter Aspekt für die heutige Generation ist die Bandbreite und Kontinuität Schwarzen Denkens dokumentiert zu finden und für die Reflexion über die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft fruchtbar zu machen.

Heute zu Tage vertreten beide Intellektuelle sehr unterschiedliche Positionen innerhalb des politischen Spektrums von Rinks und Lechts. Aber seinerzeit haben Sie gut zusammen gearbeitet. Nichts ist für die Ewigkeit. Viel Spass mit dem Interview.

[Quelle: Der Videomitschnitt stammt vom yt-Kanal von Manufacturing Intellect und wurde am 4. Juli 2016 online gestellt. Den Einführungstext schrieb die ISD Gießen.]

Radio für mehr Afrika in Portugal

(Reihe: Schwar­ze Eu­ro­pä­er_in­nen/Black Eu­ropeans)

In den portugiesischen Medien sind Menschen mit afrikanischer Migrationsgeschichte unterrepräsentiert. Die Journalistin Carla Fernandes will das ändern. In ihrem Radioblog Afrolis will sie Portugiesen mit afrikanischen Wurzeln eine Plattform bieten.

Aus einer kleinen Bar im Lissabonner Altstadtviertel Alfama klingen melancholische Moll-Akkorde: Eine junge Sängerin studiert mit ihrem Gitarristen kapverdische Lieder für ein Abendprogramm ein. Hinter der Theke steht Carla Fernandes und hört zu: Große braune Augen, Rastalocken, an ihren Ohren baumeln Muschel-Ringe. Die 38-jährige veranstaltet in ihrer Bar kleine Konzerte, Lesungen und Diskussionsrunden. Einmal in der Woche setzt sich Fernandes mit einem Gesprächsgast an einen runden Tisch, holt ihr Aufnahmegerät hervor und zeichnet ein Interview auf. Das Radiomachen hat Carla Fernandes in Bonn gelernt. Fünf Jahre lang arbeitete sie beim portugiesischsprachigen Afrika-Programm der Deutschen Welle, bevor sie 2013 zurück in ihre Heimatstadt Lissabon ging:

„Ich wollte mit den Geschichten über Afrika, die ich von Deutschland aus erzählte, nicht mehr weitermachen. Es waren gute Geschichten, aber mir fehlte die Nähe. Ich wollte über Dinge berichten, die ich selber gesehen und erlebt habe. Ich wollte den Leuten, mit denen ich mich unterhielt, direkt gegenübersitzen. Diese Nähe zu den Themen, über die ich berichte, gibt mir auch eine größere Legitimität. Also habe ich das Projekt Radioblog Afrolis gegründet. Dank der neuen Kommunikationsmittel habe ich die Möglichkeit, meine eigene Plattform im Internet zu schaffen. Ich kann nun Geschichten erzählen, die von den Mainstreammedien nicht aufgegriffen werden.“

Diesmal geht es um ein Kulturprojekt: Pedro Barbosa, der Leiter einer afrobrasilianischen Tanzgruppe, spricht über eine anstehende Aufführung in Lissabon: Ein Tanz-Musical über das westafrikanische Yoruba-Volk, dessen religiöse Traditionen großen Einfluss in Brasilien und der Karibik haben.

„Uns geht es darum, zu zeigen, dass wir viel mehr Geschichten von uns Schwarzen auf den Bühnen brauchen. Im Tanzbereich gibt es unendlich viele Geschichten der Weißen, der Europäer. Aber das betrifft uns nicht. Wir müssen unseren Standpunkt deutlich machen.“

Den latenten Rassismus durchbrechen

Mit diesem Statement ihres Interviewgastes beendet Carla Fernandes das Gespräch. Sie schaltet das Aufnahmegerät aus und nickt anerkennend. Fragen nach Identität und Selbstbestimmung spielen in ihrem Radioblog eine große Rolle. Und das habe auch etwas mit ihrer eigenen Geschichte zu tun, sagt sie: Anfang der 80er-Jahre kam sie als Kleinkind mit ihren Eltern aus Angola nach Portugal und lebte südlich von Lissabon in einem Sozialviertel.

„Es herrschte eine familiäre Atmosphäre dort, die aber auch voller Gegensätze war. Fast alle Bewohner kamen aus Afrika, sowohl die Weißen wie auch die Schwarzen, und dadurch gab es eine Menge Berührungspunkte. Rassistische Ressentiments wurden überlagert von den gemeinsamen Erfahrungen, die wir in Afrika gemacht hatten: Wir sprachen über Essen oder gewisse Wörter und Ausdrücke. Da war viel Folklore dabei, aber es brachte uns enger zusammen.“

Das änderte sich, als Fernandes nach dem Studium ins Zentrum der portugiesischen Hauptstadt zog:

„Ich habe den Rassismus zum ersten Mal gespürt, als ich mich hier frei bewegte, nach einem Job suchte und eine Wohnung mieten wollte. Das war schwierig: Ich schwarz und mein Freund Spanier – das ging gar nicht. Da hieß es: Die Spanier sind Banditen, und die Schwarzen sind Diebe und bringen immer die ganze Familie mit. Aber ich dachte immer noch, dass sich der Rassismus eher auf einer zwischenmenschlichen Ebene abspielte und kein strukturelles Problem war.“

Carla Fernandes denkt heute anders. Sie glaubt, dass Portugiesen mit afrikanischen Wurzeln viel stärker auftreten müssen, um den latenten Rassismus in den portugiesischen Institutionen zu durchbrechen. Deshalb hat sie ihre Bar auch „Lugar de fala“ genannt – übersetzt: Standpunkt.

„Der Begriff ‚Standpunkt‘ bezieht sich auf ein Konzept aus dem Kreis des afroamerikanischen Feminismus‘ der 1980er-Jahre. Es geht um folgende Idee: Du kannst als Weißer gegen den Rassismus kämpfen, aber vorher musst du wissen, wer du bist, woher du kommst, wie die Geschichte deiner Heimat ist; nur dann kannst du dich mit mir unterhalten: Carla, eine schwarze Frau, Tochter angolanischer Migranten, die in Portugal lebt.“

Die Idee der Selbstbestimmung
Für den frühen Abend hat Carla Fernandes zu einer Poesielesung eingeladen. Über ein Dutzend junger Lissabonner hat auf den kleinen Hockern in der Bar Platz gefunden.

Vor einem Ecktisch steht Elsa Noronha mit einem Haufen loser Blätter und Notizen in den Händen. Die 83-Jährige ist die Tochter von Rui de Noronha, der als Wegbereiter der modernen mosambikanischen Lyrik gilt. Sie selbst sei keine Dichterin, sagt Noronha, sondern eine Gedichte-Aufsagerin.

„Quero ser tambor“ – „Ich will Trommel sein“. Es ist ein berühmtes Gedicht des mosambikanischen Poeten João Craveirinha, der, ohne je eine Waffe in die Hand genommen zu haben, in Mosambik als Befreiungsheld gefeiert wurde.

Noronhas rhythmische Stimme klingt durch den Raum, ein junger Mann mit Rastalocken begleitet das Gedicht mit seiner Mbira. Carla Fernandes sitzt an einem Tisch und lächelt: Für einen kurzen Moment scheint die Idee der Selbstbestimmung in ihrer Bar eine vollkommene Form gefunden zu haben.

[Quelle: Tilo Wagner in der Reihe des Deutschlandfunks „Das afrikanische Lissabon“ veröffentlicht am 01.06.2018. Zum Radiobeitrag via Podcast: Das afrikanische Lissabon (5/5). Mehr…. Die Verwendung hat ausschließlich Bildungszwecke zum Ziel.]

Angola: Die schamlose Elite

Reihe: „Dynasty“ – Postkoloniale Eliten

Reportage (F 2018), 25 min.

Das flächenmäßig zweitgrößte Land der Region hat nach seiner Unabhängigkeit von Portugal 1975 einen 27 Jahre langen Bürgerkrieg erlebt. Die soziale und ökonomische Infrastruktur des Landes erholt sich nur sehr langsam von den Jahren der Zerstörung, von der jedoch die Erdölfelder vor der Küste der Exklave Cabinda unberührt blieben. Dank des Ölreichtums und am Staatshaushalt vorbei gelenkter Einnahmen konnte sich die politische Elite Angolas rasant bereichern. Angola ist heute der zweitgrößte Erdöl-Exporteur Afrikas und Luanda wurde die teuerste Hauptstadt der Welt. Korruption, Repression gegen Oppositionelle und Menschenrechtsverletzungen zeichnen heute einen Staat aus, der als aufstrebende Regionalmacht mit Südafrikas Vorreiterrolle in der Region wetteifert.

[Quelle: Die Reportage „Die schamlose Elite“ von Edgar Wolf (F 2018) wurde auf dem yt-channel von arte.de am 1. Mai 2018 online gestellt. Der Einleitungstext kommt vom Fachmagazin Afrika Süd und ist mit einer Satzergänzung von der ISD Gießen versehen. Die Verwendung des Textes und des Videomitschnitts erfolgt ausschließlich zu Zwecken der Bildung.]

Emory Douglas – The Art of The Black Panthers

Art-History

A short film about Emory Douglas, who has first served as the art director for the Black Panther Partys newspaper THE BLACK PANTHER, and later served as Minister of Culture until 1980. Throughout these years, Douglas iconic artwork was published in the BPP newspaper and beyond.

Emory Douglas was born May 24, 1943 in Grand Rapids, Michigan. He learned his art-work skills in a Youth Training School. Later he studied Graphic Design at the City College of San Francisco, were he get in touch with Bobby Seale and Huey Newton – the founders of the BPP.

Today he had exhibitions at the Museum of Contemporary Art in Los Angeles or at the Urbis Arts Museum in Manchester (Great Britain) for example. His artwork is featured in the new book [2009; Anmerk. ISD Gießen] entitled „Black Panther: The Revolutionary Art of Emory Douglas.“

We want to feature and show a little of his artwork to you as a remembrance on black art and as an inspiration for the future by knowing about the past. Enjoy and delight.

[Source: The video was put online by Hood2Hood1000 on his yt-channel. The introduction was contributed by the ISD Gießen.]